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Attention!

26 März 2015,   By ,   2 Comments

Letzte Woche wäre meine noch frische Beziehung fast gescheitert, WEIL MEIN FREUND NICHT ERREICHBAR WAR.

sm_coupleJa, ich gebe es zu, ich bin ein sehr kommunikativer und vor allem aufmerksamkeitshungriger Mensch. Wenn mich jemand ignoriert oder zu beschäftigt ist, um mir zu antworten oder einfach sein gottverdammtes Smartphone kaputt ist, empfinde ich das als persönliche Vernachlässigung, die mich zu überzogenen Kurzschlussreaktionen treibt.

Das kommt vermutlich aus meiner Kindheit.

Störung vs. Begabung

Mein kleiner Bruder ist Autist und war daher für meine Eltern immer „wichtiger“. Ständig brauchte er besondere Fürsorge, spezielle Förderungen und einfach ihre gesamte Aufmerksamkeit. (Teilweise bis heute, weil er mit 27 Jahren immer noch bei ihnen wohnt und ich mich selbst für meinen jährlichen Weihnachtsbesuch den Bedürfnissen meines Bruders unterordnen muss.)

Ich dagegen war schon immer brav und pflegeleicht.

Aufmerksamkeit musste ich mir erkämpfen.

Ich versuchte das durch herausragende Leistungen in der Schule. Leider interessierte das meine Eltern wenig.

Es fiel ihnen eher auf, wenn ich mal einen Dreier in einer Klausur hatte. Sie waren ja schon daran gewöhnt, dass ich als Klassenbeste meistens die beste Arbeit schrieb, die dann als Musterlösung für die ganze Klasse kopiert wurde.

Das soll kein Vorwurf an meine Eltern sein, sicher haben sie für die Kindererziehung im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch ihr Bestes getan.

Aber es erklärt vielleicht sehr gut, warum ich heute in der um Aufmerksamkeit heischenden Werbebranche arbeite.

Wie jeder Mensch möchte ich wahrgenommen werden und meine Tricks dafür habe ich über die Jahre perfektioniert.

Jeder will ein Star sein.

Wie Georg Franck in seinem Buch „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ sagt:

„Die Aufmerksamkeit anderer Menschen ist die unwiderstehlichste aller Drogen. Ihr Bezug sticht jedes andere Einkommen aus. Darum steht der Ruhm über der Macht, darum verblasst der Reichtum neben der Prominenz.“

In der alltäglichen Informationsflut ist die geistige Aufmerksamkeit ein begrenztes und daher umkämpftes Gut. Die Werbung (wie auch Absatzzeilen) überlegt sich immer neue Tricks, um ein bisschen mehr davon zu bekommen. Das Marketing wird immer subtiler und versucht, sich als authentische Kundenkommunikation zu verkaufen.

Direkte Werbebotschaften überwinden den Wahrnehmungsfilter der meisten Menschen nicht mehr. Sie bekommen immer weniger Aufmerksamkeit.

walk-of-fame_MELWen machst du zum Star?

Umso mehr freue ich mich, dass du gerade meinen Blog liest!

Ist das nicht großartig, dass du unter all den Milliarden Webseiten, die es gibt, genau auf meine geklickt hast? Du schenkst mir deine Aufmerksamkeit – die Währung des 21. Jahrhunderts.

Damit kann ich zwar keine Rechnungen bezahlen, aber mir persönlich ist sie wichtiger als Geld.

Ich will Menschen bewegen und inspirieren.

Das zu können, ist eine wertvolle Macht und eine persönliche Bereicherung für mich.

Die Aufmerksamkeit, die am allermeisten zählt, ist allerdings nicht die meiner Kunden oder Interessenten.

Nicht die meiner Facebook-Freunde oder Twitter-Follower.

Nicht einmal die meiner Eltern oder die meines Freundes. (Obwohl ich letztere auch sehr genieße, wie du vielleicht in den Social Media mitverfolgt hast.)

Die wichtigste Aufmerksamkeit ist die, die ich mir selbst schenke.

Schönbrunn_sJe mehr ich mich auf mich selbst, meine Bedürfnisse, meine Ziele und meine Intuition konzentriere, umso mehr werde ich zum Star in meinem eigenen Leben.

Der Rest der Welt merkt das dann auch automatisch. Früher oder später wird er von meiner “selbst-bewussten” Ausstrahlung angezogen.

Und vielleicht bin ich dann mal nicht erreichbar.

 

 

 

Urheberrecht Bilder:

1) http://de.123rf.com/profile_halfpoint

2) http://de.123rf.com/profile_adamson (bearbeitet von Mel)

3) Melanie Schorer


2 Comments:

  1. Weiter so Mel

    Schönes Wochenende

    Stephan

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