2016-03-17 12.42.42Welche Aussteller heuer auf der CeBIT waren und was die neuesten IT-Trends sind, könnt ihr auf vielen anderen Webseiten und Blogs nachlesen.

Nur hier bei mir gibt es meinen persönlichen Eindruck von dem Spektakel in Hannover (das nennt man auch „Unique Content“).

Es kostet schon ein bisschen Überwindung, ganz alleine und ohne konkreten Plan auf so eine riesige Messe zu gehen. Darum waren meine Erwartungen für dieses 1. Mal relativ gering: Mich umschauen, ein bisschen netzwerken und vor allem viele interessante Infos aufnehmen.

Das ist es nämlich, was mir bei den Branchenevents in Österreich oft fehlt: Neuer Input. Es werden zumeist die ollen Kamellen durchgekaut, Digitalisierung und Social Media als Neuentdeckung angepriesen und Trends von vorgestern skeptisch untersucht.

2016-03-17 12.51.28Zurück in die Zukunft

Auf der CeBIT ist das anders.

Die CeBIT ist international.

Die CeBIT ist wie eine Reise in die Zukunft – die ja in anderen Ländern schon Gegenwart ist.

Es war schon befremdlich, zur Mittagszeit durch die Länderpavillions zu schlendern, wo die chinesischen, koreanischen und japanischen Aussteller hinter ihren Präsentationstischen hastig Reisgerichte verputzten, während vorne freundliche Roboter für die Besucher tanzten.

Überwältigt und ein bisschen verwirrt von der Vielzahl an neuen Technologien in dem Labyrinth aus 23 Messehallen holte ich mir einen Cappuccino und setzte ich mich vor eine Bühne mit leuchtender, pinker Deckendeko – der imposante T-Mobile-Stand.

2016-03-17 14.08.35Es ist pink – es blinkt – ich will es haben!

Genau in dem Moment fing eine Modenschau an – natürlich ging es um die Haute Couture der Wearables. Vielleicht habt ihr auch meinen Periscope-Livestream dazu gesehen. Laute Musik, tanzende Sportmodels, schrille, blinkende Kostüme mit diversen Displays und Sensoren… keine Ahnung, wozu, aber es sah gut aus und die Show war unterhaltsam!

Anschließend erklärte der Designer in einer Gesprächsrunde, wie z.B. ein digitaler Handschuh die Krankenpflege verändern könnte: Indem er bestimmte Arbeitsbewegungen automatisch erkennt, die dann der Pfleger nicht mühsam schriftlich in einen Bericht eintragen muss. Gesparte Zeit, die er wiederum für den Patienten verwenden kann.

Ich war beeindruckt.

Als ich aufstand und weitergehen wollte, wurde ich direkt von einer Dame aufgehalten und sollte die Show bewerten. Mein Feedback wurde natürlich sofort ins Tablet getippt, damit der nächste Auftritt noch mehr meinen Wünschen entspricht. Respekt! So viel Professionalität habe ich in Österreich noch nie erlebt.

Abends ging ich etwas erschöpft ins Hostel. Mein eigentliches Ziel war ja die große Bloggerkonferenz „Rock the Blog“ am Freitag, dem letzten CeBIT-Tag.

2016-03-18 10.34.33Rock the Blog #RTB16

Bei diesem ganztägigen Event waren Frauen – anders als auf der CeBIT allgemein – auf einmal nicht mehr in der Minderheit.

Auf drei Bühnen gab es eine Unmenge spannender Talks rund ums Thema Bloggen, Social Media und Content Marketing. Von der Keynote des Bloggers des Jahres, dem Techtainer Sascha Pallenberg, über Tipps von Journalisten, PR-Leuten und Snapchat-Experten war es wirklich ein sehr inspirierendes Programm.

Und – Halleluja! – es waren auch US-amerikanische Speaker da, u.a. von Google, Klout und eMarketer. Von denen können und müssen wir in der Hinsicht einfach noch einiges lernen.

Insgesamt kann ich noch nicht genau sagen, was der ROI meines CeBIT- und RTB-Besuchs sein wird.

Es wird auch von der Offenheit meiner Kunden gegenüber diesen neuen Tools und Denkansätzen abhängen. Ich freue mich darauf, es auszuprobieren!

 

Fotos by Mel

Business-woman-popartDavor haben Selbständige am meisten Angst: Was tun, wenn die Aufträge ausbleiben? Bzw. wenn die aktuellen Honorare gerade so ausreichen, um die vorhandenen Fixkosten wie Miete, Sozialversicherung und Lebenshaltungskosten zu decken, aber man z.B. nichts für die quartalsweise fällige Umsatzsteuer auf die Seite legen kann, weil das Konto eh schon gähnend leer ist?

Die erste wichtige Frage, die man sich in dieser Situation stellen sollte:

Ist das nur eine Phase oder ein Dauerzustand?

Wenn die Aufträge nach der Firmengründung generell ausbleiben, solltest du dir Gedanken über dein Geschäftsmodell machen. Gibt es überhaupt Bedarf an deinem Produkt oder deiner Dienstleistung? Im Idealfall solltest du das schon anhand deines Businessplans und in der Interaktion mit potentiellen Kunden (z.B. über die Social Media) überprüft haben.

Manchmal ist die Akquisezeit auch länger, wenn du es beispielsweise auf Konzerne oder öffentliche Einrichtungen als Kunden abgesehen hast. Aber es sollten signifikante Fortschritte im Verkaufsprozess sichtbar sein, sonst läuft deine Firma wohl dauerhaft ins Leere.

Sunshine after the rain

Keep calm and wait for summerIn den meisten Branchen bewegt sich das Business in Wellen, abhängig von der Saison oder der allgemeinen Wirtschaftslage. Unser Wirtschaftssystem ist sehr komplex und wie man täglich in den Medien sieht, können selbst Banken, Regierungen und Wissenschaftler es nicht 100%ig erklären, geschweige denn vorhersagen. Es wird einfach von so vielen Faktoren beeinflusst, gezielt manipuliert und schwankt mit den irrationalen menschlichen Emotionen.

Bei mir laufen die Geschäfte beispielsweise im Sommer sehr gut. Scheinbar haben da meine Kunden weniger mit ihrem Tagesgeschäft zu tun und nehmen sich Zeit für ihr Marketing, um sich auf das Business nach den Sommerferien vorzubereiten. Im Winter ist dagegen oft eher wenig los. Wenn man das ein paar Jahre lang so beobachtet hat, kann man sich darauf einstellen und weiß, dass es spätestens im Frühling wieder bergauf geht mit der Auftragslage.

In der Zwischenzeit hilft ein Gespräch mit der Bank, die sich normalerweise kooperativ zeigt, wenn die Geschäfte bisher gut liefen.

Wie nutzt man die Flaute positiv?

In dieser Situation hast du also wenige Aufträge und bist knapp bei Kasse.

Aber du hast eine sehr wertvolle Sache im Überfluss: Zeit.

Während scheinbar jeder zu wenig Zeit für alles hat, weißt du nicht, wohin mit den endlosen, täglichen 24 Stunden. Dabei besteht die Gefahr, dass du die Zeit zum Nachdenken nutzt und dir Sorgen über deine Situation machst. Das wäre allerdings kontraproduktiv, da man durch die Beschäftigung mit den negativen Aspekten diese Situation verstärkt. Und Jammerer kommen auch nirgends gut an.

Business_MeditationKeep calm and talk to the right people

Du brauchst also vor allem erstmal Vertrauen, dass es wieder besser wird.

Um das aufzubauen, helfen mir vor allem Gespräche mit anderen Selbständigen. Denn meine angestellten Freunde haben für meine Situation eher weniger Verständnis. Die hätten ja genau deswegen selbst viel zu viel Angst sich jemals selbständig zu machen und raten mir dann zumeist auch, mir doch wieder einen Angestelltenjob zu suchen. Wer aber wirklich Unternehmergeist hat, für den kommt das nicht in Frage, allein weil er von der Persönlichkeit her viel Freiheit braucht und Verantwortung übernehmen will und sich keinem (vermeintlich) inkompetenten Chef mehr unterordnen kann.

Auch Gespräche mit der Familie sind eher kontraproduktiv. Meine Mama macht sich eh schon genügend Sorgen um ihre Tochter, die alleinstehend im Ausland lebt und immer nach scheinbar unerreichbaren Zielen strebt. Helfen kann sie eh auch nicht, also brauche ich ihr gar nicht von dem dicken, fetten Minus auf meinem Konto erzählen. Sie macht mir höchstens noch zusätzlich Schuldgefühle, dass ich mich überhaupt für diesen Lebensweg entschieden habe.

Selbständige dagegen wissen: Das Auf und Ab ist normal.

Wohin also mit der Zeit?

Die meisten Veranstaltungen, Fortbildungen oder sonstigen Selbstoptimierungsmaßnahmen kosten ja leider auch wieder Geld, das man gerade nicht hat.

Das ein oder andere günstige Angebot sollte man aber durchaus wahrnehmen, damit man beim nächsten Auftraggeber mit der neuen Erfahrung oder zusätzliche Qualifikation punkten kann. Ich fliege z.B. demnächst auf die CeBIT und erhoffe mir davon grandiosen fachlichen Input und ein paar interessante Kontakte, die meine österreichischen Konkurrenten wahrscheinlich nicht haben.

Die zweite sinnvolle Beschäftigung ist meiner Meinung nach: Freizeit.

Ja, wirklich. Und zwar ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben. Das Bild vom Selbständigen, der „selbst und ständig“ immer im Dienst ist und auch an Wochenenden und Feiertage nie frei hat, hat ausgedient.

Es wird zwar allerorts zu Work-Life-Balance und Nachhaltigkeit aufgerufen. Dennoch leben wir nach wie vor überwiegend in einer Leistungsgesellschaft, in der Freizeit nur in Maßen gewünscht und geduldet wird.

Angst vor der Stille

Wer nichts zu tun hat, ist wahrscheinlich unterqualifiziert und/oder faul. Vollbeschäftigung ist Regierungsziel. Selbst im Urlaub steht bei vielen Leuten die Aktivität im Vordergrund, damit sie anschließend spannende Bilder auf Facebook zu posten haben.

Wer so denkt, übersieht aber Folgendes:

rich-girl

 

Was haben ein Selbständiger in Auftragsflaute und ein Millionär gemeinsam?

 

 

Sie haben Zeit. Sehr viel Zeit.

Auch das ist Reichtum.

 

 

 

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Periscope „Sieh Dir die Welt mit anderen Augen an.“

Hinter diesem verlockenden Slogan steckt meine neue Lieblings-App Periscope.

Periscope gehört zu Twitter und ist eine Live-Streaming-App. Man benutzt sie, um mit dem Smartphone live auf Sendung zu gehen. Leute aus aller Welt können sich in Echtzeit zuschalten und in einem Chat Fragen stellen – und dabei die Welt mit den Augen des Senders sehen. Der Sender (also du) beantwortet die Fragen mündlich.

Sobald du die Übertragung startest, wird auch ein Tweet mit dem Link zum Stream über deinen Twitter-Account gepostet.

Likes geben die Zuschauer als bunte Herzerln, indem sie auf das Display tippen.

Youtube, aber live und ungeschnitten.

Es funktioniert quasi wie ein Youtube-Video, nur live und interaktiv. Nach der Übertragung wird das Video im Profil hochgeladen und ist 24 Stunden zum erneuten Abspielen verfügbar. Danach wird es (angeblich) automatisch gelöscht.

EiffelturmDie App ist noch recht neu, hat noch ein paar Bugs und keiner weiß genau, was man damit sinnvolles anstellen kann.

Die meisten Nutzer gibt es natürlich in den USA (und erstaunlicherweise in der Türkei). Kleinere Hollywood-Stars filmen sich damit selbst, wenn sie über den roten Teppich laufen und grüßen live ihre Fans.

Ich mag z.B. die Periscopes des Grammy-nominierten Sängers Al Walser (@alwalser) und der Drehbuch-Autorin Kelly May (@kellyelisemay), die ich vorher gar nicht kannte. Oder die Holländerin, die täglich den Sonnenuntergang am Eiffelturm streamt.

Ein paar deutsche Nutzer gehen es professionell an und verraten Tipps und Tricks, wie man die App am besten benutzt, z.B. in der sogenannten Perischool von ZDF-Reporter Carsten Behrendt, alias @nahsehen.

Ich habe Periscope auch schon genutzt und zum Beispiel einige Vorträge vom Pioneers Festival Ende Mai in Wien mitgestreamt.

PeriscopeNew York, Rio, Tokio

Seit dem letzten Periscope-Update für iOs sieht man in der App auch eine Weltkarte und die Anzahl der Periscopes, die dort gerade live sind. Das erleichtert die regionale Suche und ist unglaublich spannend.

Man kann einen IT-Nerd live bei der Eröffnung einer Computer-Shopping Mall in Taiwan begleiten oder einen Scheich in seinem Bentley durch Dubai fahren sehen.

Teilweise berichten Menschen auch live von Demonstrationen oder Naturkatastrophen.

Wer meine Tweets mitverfolgt, weiß, dass ich gerne Serien über den Streaming-Service Netflix schaue. Periscope dreht den Spieß nun um und macht die Zuschauer selbst zu Stars.

Ich denke, das passt sehr gut in den Trend von Social Media und Reality Shows.

Sicherlich freut sich auch die NSA über die neue Quelle für Videomaterial.

Bei allen Bedenken bezüglich der Privatsphäre muss ich trotzdem sagen: Es macht verdammt Spaß!

 

Probier es doch gleich aus, hol’ dir die Periscope-App und folge @absatzzeilen. 🙂

 

P.S. Vorher Akku laden, denn die App saugt ordentlich!

Glas-halb-vollIst die Seite nun halb voll oder halb leer?

Content is King. We fear the King.

Dass Content (also Inhalt) wichtig für das Marketing ist, haben die meisten Firmen inzwischen mitbekommen. Dennoch sträuben sich viele dagegen, etwas mehr als nur harte Zahlen und Fakten auf ihrer Webseite und in ihrer gesamten Kundenkommunikation preiszugeben.

Sie fragen nach dem ROI (Return on Investment) von Social Media-Aktivitäten und zögern, Geschichten aus ihrem Unternehmensalltag für Marketing-Zwecke zu nutzen.

Warum eigentlich?

Glas_leerIn vielen Fällen: Weil da nichts ist, was man erzählen könnte.

Keine Werte außer der Umsatzzahlen.

Keine Motivation außer dem 14. Monatsgehalt.

Keine Begeisterung, aus der heraus interessante Geschichten entstehen könnten.

Höchstens Kritik und Gemaule unter den Angestellten, das potentielle Kunden abschrecken könnte.

Peinlich.

Sowas sollte man in der Tat nicht an die große Glocke hängen.

Wenn mich eine Firma engagiert, um ihre Werbetexte zu verbessern, mache ich mich auf die Suche nach der verborgenen Geschichte, die wir dem Leser bzw. Kunden erzählen können (sog. Storytelling).

Glas_vollOft ist aber das Problem, dass es da nicht viel zu erzählen gibt.

  • Unternehmensphilosophie: „Haben wir immer so gemacht.“
  • Unternehmensstrategie: „Was sich halt ergibt.“
  • Unternehmenszielgruppe: „Ja eh alle.“

So aufregend wie ein Glas stilles Wasser.

Man kann es versuchen, aber daraus wird wahrscheinlich keine hammermäßige Marketing-Kampagne.

water-on-the-rocksGuter Content ist nur die Spitze des Eisbergs.

Die übrigen 80% sind die Werte, auf denen ein Unternehmen fußt und die sich in seiner Firmenkultur, in den Produkten und folglich auch in der Kundenkommunikation wiederspiegeln. (Vermutlich findet das Pareto-Prinzip (80/20-Regel) auch hier Anwendung.)

Eine gute Geschichte sollte man nur freilegen, nicht erfinden.

Es ist nämlich so: Ich als Texterin denke mir keine Geschichten für Unternehmen aus. Ich erzähle gekonnt und aufmerksamkeitswirksam, was es Interessantes zu erzählen gibt.

Wenn es nichts gibt, ist das ein Fall für einen Unternehmensberater. Dann sollte man überlegen, ob die Firma generell auf dem richtigen Weg ist.

Denn die Leser bzw. Kunden von heute lassen sich keine Märchen erzählen.

Daher meine Bitte an potentielle Kunden:

Bevor Sie mich engagieren, um Ihre Geschichten zu erzählen, gehen Sie raus und erleben Sie welche!

Dann klappt’s auch mit dem Content.

Cheers!mojito

 

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1-3) http://de.123rf.com/profile_andreykuzmin (bearbeitet von Mel)

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5) http://de.123rf.com/profile_alex_l

Letzte Woche wäre meine noch frische Beziehung fast gescheitert, WEIL MEIN FREUND NICHT ERREICHBAR WAR.

sm_coupleJa, ich gebe es zu, ich bin ein sehr kommunikativer und vor allem aufmerksamkeitshungriger Mensch. Wenn mich jemand ignoriert oder zu beschäftigt ist, um mir zu antworten oder einfach sein gottverdammtes Smartphone kaputt ist, empfinde ich das als persönliche Vernachlässigung, die mich zu überzogenen Kurzschlussreaktionen treibt.

Das kommt vermutlich aus meiner Kindheit.

Störung vs. Begabung

Mein kleiner Bruder ist Autist und war daher für meine Eltern immer „wichtiger“. Ständig brauchte er besondere Fürsorge, spezielle Förderungen und einfach ihre gesamte Aufmerksamkeit. (Teilweise bis heute, weil er mit 27 Jahren immer noch bei ihnen wohnt und ich mich selbst für meinen jährlichen Weihnachtsbesuch den Bedürfnissen meines Bruders unterordnen muss.)

Ich dagegen war schon immer brav und pflegeleicht.

Aufmerksamkeit musste ich mir erkämpfen.

Ich versuchte das durch herausragende Leistungen in der Schule. Leider interessierte das meine Eltern wenig.

Es fiel ihnen eher auf, wenn ich mal einen Dreier in einer Klausur hatte. Sie waren ja schon daran gewöhnt, dass ich als Klassenbeste meistens die beste Arbeit schrieb, die dann als Musterlösung für die ganze Klasse kopiert wurde.

Das soll kein Vorwurf an meine Eltern sein, sicher haben sie für die Kindererziehung im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch ihr Bestes getan.

Aber es erklärt vielleicht sehr gut, warum ich heute in der um Aufmerksamkeit heischenden Werbebranche arbeite.

Wie jeder Mensch möchte ich wahrgenommen werden und meine Tricks dafür habe ich über die Jahre perfektioniert.

Jeder will ein Star sein.

Wie Georg Franck in seinem Buch „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ sagt:

„Die Aufmerksamkeit anderer Menschen ist die unwiderstehlichste aller Drogen. Ihr Bezug sticht jedes andere Einkommen aus. Darum steht der Ruhm über der Macht, darum verblasst der Reichtum neben der Prominenz.“

In der alltäglichen Informationsflut ist die geistige Aufmerksamkeit ein begrenztes und daher umkämpftes Gut. Die Werbung (wie auch Absatzzeilen) überlegt sich immer neue Tricks, um ein bisschen mehr davon zu bekommen. Das Marketing wird immer subtiler und versucht, sich als authentische Kundenkommunikation zu verkaufen.

Direkte Werbebotschaften überwinden den Wahrnehmungsfilter der meisten Menschen nicht mehr. Sie bekommen immer weniger Aufmerksamkeit.

walk-of-fame_MELWen machst du zum Star?

Umso mehr freue ich mich, dass du gerade meinen Blog liest!

Ist das nicht großartig, dass du unter all den Milliarden Webseiten, die es gibt, genau auf meine geklickt hast? Du schenkst mir deine Aufmerksamkeit – die Währung des 21. Jahrhunderts.

Damit kann ich zwar keine Rechnungen bezahlen, aber mir persönlich ist sie wichtiger als Geld.

Ich will Menschen bewegen und inspirieren.

Das zu können, ist eine wertvolle Macht und eine persönliche Bereicherung für mich.

Die Aufmerksamkeit, die am allermeisten zählt, ist allerdings nicht die meiner Kunden oder Interessenten.

Nicht die meiner Facebook-Freunde oder Twitter-Follower.

Nicht einmal die meiner Eltern oder die meines Freundes. (Obwohl ich letztere auch sehr genieße, wie du vielleicht in den Social Media mitverfolgt hast.)

Die wichtigste Aufmerksamkeit ist die, die ich mir selbst schenke.

Schönbrunn_sJe mehr ich mich auf mich selbst, meine Bedürfnisse, meine Ziele und meine Intuition konzentriere, umso mehr werde ich zum Star in meinem eigenen Leben.

Der Rest der Welt merkt das dann auch automatisch. Früher oder später wird er von meiner “selbst-bewussten” Ausstrahlung angezogen.

Und vielleicht bin ich dann mal nicht erreichbar.

 

 

 

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1) http://de.123rf.com/profile_halfpoint

2) http://de.123rf.com/profile_adamson (bearbeitet von Mel)

3) Melanie Schorer

Stell dir vor, du willst über Kreativität bloggen und dir fällt nichts ein.

So geht es mir seit ein paar Tagen.

Charlie

 

 

 

 

 

 

Und genau das macht Kreativität aus. Sie lässt sich nicht erzwingen.

Kreativität ist wie ein scheues Reh, das sich nur aus dem Dickicht der Einfallslosigkeit wagt, wenn gerade keiner hinschaut.

Kreativität ist ein Monster, das genau dann erwacht, wenn man im Bett liegt und das Licht ausgemacht hat.

Kreativität lässt sich nicht planen.

Das macht mir die Angebotslegung für meine Kreativleistungen manchmal so schwer. Ich weiß ja vorher nicht, welche Einfälle mir für einen Slogan oder Werbetext kommen werden und was die meinem Kunden wert sein sollten.

Anders als viele Motivationstrainer, Coaches und Esoteriker denke ich nicht, dass man Kreativität lernen kann.

Sicher, jeder hat ein gewisses kreatives Potential, das mal mehr, mal weniger ausgeschöpft wird. Aber ich denke, aus einem ÖBB-Schalterbeamten wird nie ein Picasso und aus einem Banker nie ein Paganini, allein durch Übung.

Kreativität ist ein Talent. Wer es hat, ist gesegnet und verpflichtet, es zu nutzen. Koste es, was es wolle.

Kreative Leistungen werden nicht immer verstanden.

Dass mein Blog hier eine Weile verstummt ist, hat auch mit den aktuellen Ereignissen zu tun. Wer mir auf Twitter folgt, weiß, dass mich die Anschläge auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo ziemlich mitgenommen haben. Mir fehlten die Worte.

Da ich selbst sehr spirituell, wenn auch nicht (mehr) religiös bin, kann ich verstehen, dass die eigene Religion manchen als unantastbar gilt. Trotzdem rechtfertigt das natürlich kein Verbrechen.

Ich habe Blumen und einen Bleistift vor der Französischen Botschaft in Wien niedergelegt und bin bei dem #jesuischarlie-Trauermarsch mitgegangen.

Trotz des traurigen Anlasses war die Stimmung dort irgendwie feierlich. Es war ein schönes Gemeinschaftsgefühl. Wildfremde haben miteinander geredet, sich umarmt, sich für ihre Mitmenschen interessiert. Warum musste dafür erst etwas so Schreckliches passieren?

Nun sind mutige Karikaturisten zu Helden im Kampf für das Menschenrecht der Pressefreiheit geworden.

Das Mindeste, was wir im Andenken an sie tun können, ist, diese teuer bezahlte Freiheit zu nutzen.

Die Kreativität in Wort, Bild und Ton nicht zu unterdrücken, egal, wer sie bedroht.

Grauer Alltag

Zumeist sind es allerdings keine islamistischen Amokläufer, die kreative Leistungen zerstören und ihre Schöpfer töten, sondern einfach die Wirtschaft und die Gesellschaft an sich durch ihr Desinteresse und ihre Gleichgültigkeit.

Ändern wir das.

 

Copyright Bild: http://www.123rf.com/profile_nexusplexus

curious-ladyZum Jahresende ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen – und Ihnen meine Erfolgsgeheimnisse zu verraten.

Ich bin nun seit einem halben Jahr Unternehmerin, davor war ich mit der Vorbereitung der Firmengründung beschäftigt. 2014 war also auf jeden Fall ein wichtiger Meilenstein in meinem Leben.

Ein Jahr – ein Wort

Wenn ich das Jahr in einem einzigen Wort zusammenfassen müsste – wie ich es als Texterin knackiger Slogans gerne tue – würde ich folgendes wählen:

Lat. „intersum“ = Ich bin dabei.

Das lateinische Verb „interesse“ hat folgende Bedeutungen, die ich mir gerne als meine persönliche Erfolgsstrategie auf die Fahne schreiben möchte:

  1. Dabeisein, an etwas teilnehmen
  2. Dazwischen sein
  3. Sich unterscheiden
  4. Es ist von Interesse, es ist daran gelegen

Ein ziemlich geniales Wort, oder? Die Römer hatten’s halt drauf. 🙂

 

Warum ist Interesse der Schlüssel zum Erfolg?

Zu 1.) Dabeisein

„Dabeisein ist alles“ ist der moderne olympische Gedanke, dass allein die Teilnahme an einem Wettbewerb wichtiger ist, als diesen zu gewinnen.

In Bezug auf mein Business heißt das für mich: Präsenz zeigen.

Ich bin da(bei).

Man findet mich.

cheersOb online über meine Webseite und meine Aktivitäten in sozialen Netzwerken oder offline auf Veranstaltungen aller Art.

Wer auf Xing nach Texterinnen sucht, oder bei einer Veranstaltung der Wirtschaftskammer Wien nach Social Media Expertinnen Ausschau hält, kommt ja kaum noch an mir vorbei…!

Ich bin vielleicht noch nicht die erfolgreichste Texterin der Welt, die sämtliche Werbeawards abgeräumt hat, Bücher veröffentlicht und internationale Vorträge hält – aber hey: Ich bin dabei!

Ich mache mit und versuche mein Glück in meinem Traumberuf. Wer kann das schon von sich behaupten?

Allein durch meine Anwesenheit auf verschiedenen Kanälen erhalte ich viele Aufträge.

 

Zu 2.) Dazwischen sein

Das ist für mich das Synonym für Networking.

Mitten unter Menschen zu sein, sie kennenzulernen und zwischen ihnen zu vermitteln. Ohne Hintergedanken, einfach aus Interesse (siehe 4.).

Dabei hilft mir sicherlich meine Offenheit, auch mal meine Komfortzone zu verlassen. Neue Lokale zu besuchen, mit Menschen aus verschiedenen Ländern, Fachbereichen und Gesellschaftsschichten zu sprechen und empathisch auf sie zu reagieren.

Wenn ich jemanden treffe, der gerade einen Webdesigner oder einen Architekten sucht, und ich kenne da jemanden, dann empfehle ich meine Kontakte weiter, ohne dass mir das etwas einbringen muss. Ich helfe einfach gerne und glaube daran, dass meine „guten Taten“ irgendwann in irgendeiner Form auf mich zurückfallen, wenn es so sein soll.

Good karma

Und tatsächlich werde auch ich oft weiterempfohlen. Sowohl von meinen zufriedenen Kunden, als auch von flüchtigen Kontakten, die mich sympathisch fanden und den Eindruck hatten, dass ich deren Bekannten bestimmt mit pfiffigen Texten weiterhelfen könnte.

Vermitteln bringt Aufträge.

 

Zu 3.) Sich unterscheiden

Das ist ein kritischer Punkt.

kiwi

Einerseits möchte man als Einzelunternehmen den Markttrends folgen und gewisse Standards erfüllen. Andererseits muss man sich von der Masse abheben, um in dem breiten Angebot überhaupt wahrgenommen zu werden.

Zum Glück war ich schon immer irgendwie anders.

Neu ist, dass ich das inzwischen gut finde (und zu Geld mache).

Früher war ich die Streberin mit wenigen Bekannten. Heute bin ich die erfolgreiche Geschäftsfrau mit wahren Freunden.

Früher war ich die aufmüpfige Querdenkerin, die sich keinem Chef unterordnen konnte. Jetzt bin ich die kreative Ideengeberin mit Führungspotential.

Früher war ich die Stille, Zurückhaltende. Jetzt sind meine Headlines der letzte Schrei.

Ich bin anders und stehe dazu. Dadurch bleibe ich den Menschen im Gedächtnis – und bekomme ihre Aufträge.

 

Zu 4.) Es ist von Interesse

Wir leben im Informationszeitalter und werden den ganzen Tag mit Nachrichten bombardiert. Die Kunst ist es, diese Informationen zu filtern und hervorzuheben, was wirklich relevant ist.

Das versuche ich bei jedem Blogpost, bei jeder E-Mail, bei jedem Gespräch zu berücksichtigen: Was ist interessant für wen?

Spam ist die 8. Todsünde.

red_carpet_penWer irrelevantes verbreitet, wird ignoriert, gelöscht, geblockt.

Das gilt nicht nur in der Werbung, sondern auch in der persönlichen Kommunikation.

Wer immer nur von sich selbst erzählt und sich nicht für die Erlebnisse und Bedürfnisse des anderen interessiert, wirkt unsympathisch. So jemand wird nicht weiterempfohlen, weil er Menschen kostbare Zeit stiehlt, die sie lieber für sich selbst verwenden wollen.

Der Mensch ist Egoist.

Wer sich jedoch ehrlich und aufrichtig und ohne Hintergedanken für andere interessiert, wird erstaunt sein, wie viele Aufträge er plötzlich bekommt – ohne viel von sich selbst preiszugeben.

Und auch wenn kein Geschäft entsteht, so habe ich dann zumindest meinen Horizont erweitert, etwas Neues erfahren und ein paar Minuten nicht an meine eigenen Probleme gedacht.

Auch das ist Erfolg und ich würde sogar sagen: Unbezahlbar.

 

 

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Statuen statt Status-Updates

Social_media_statuesNichts geht mehr ohne Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerke.

Keine Marketing-Veranstaltung, in der nicht die Social Media als Plattform der Zukunft angepriesen werden.

Für mich als Deutsche mit internationaler Berufserfahrung ist es immer wieder überraschend, wie sehr sich österreichische Firmen dennoch gegen das Web 2.0 sträuben. Selbst große Firmen pflegen ihre Facebook-Seiten kaum und dümpeln auf Twitter mit ein paar Hundert Followern herum.

Sie fragen nach der Rentabilität der „sozialen“ Aktivitäten und haben Angst vor unberechenbaren Shitstorms.

In Österreich kennt jeder jeden.

Dabei könnte in einem Land mit knapp neun Millionen Einwohnern doch bereits jeder mit jedem vernetzt sein.

Und so ist es ja auch. In der Realität.

Wenn man sich ein paar Jahre in diesem schönen, kleinen Land aufhält und beruflich immer in derselben Branche und womöglich noch in derselben Region tätig ist, begegnet man immer wieder denselben Leuten.

Es gibt eben nur eine begrenzte Anzahl von Marketing-Experten, Atomphysikern oder Skisprung-Weltmeistern pro Quadratkilometer.

„Den Auftrag kriegt mein Bekannter.“

Unter Branchenkollegen kennt man sich. Und wen man kennt, ist hier fürs Geschäft meist relevanter, als, was man kann.

Vermutlich war das schon zu Kaiserzeiten so, dass man sich gegen ausländische Konkurrenz verteidigte, indem man seine persönlichen Beziehungen pflegte. Ein Empfehlungsschreiben hier, eine arrangierte Hochzeit da, und schon gibt’s genug Apfelstrudel für alle. Alle Landsleute.

Es ging immer um Beziehungen. Erst offline, jetzt online.

Da sollten doch die Social Media perfekt ins Bild passen. Auch hier geht es ja hauptsächlich darum, wer wen kennt und welche Relevanz und Reichweite dadurch die von ihm geteilten Inhalte bekommen.

Das Problem: Facebook erzeugt binnen Sekunden eine Nähe, die man sich früher Jahrzehnte lang erarbeiten musste. Und das frustriert die alteingesessenen Machthaber.

Auf Xing kann jeder Firmenchefs mit einem Klick kontaktieren. Ohne dass seine Eltern und Großeltern die Familie des Betreffenden gekannt haben müssen.

Social Media sind schnell, einfach und demokratisch.

Jeder kann sich mit jedem vernetzen und sein Business vermarkten. Das ist eine Chance für bisher unbekannte Unternehmen, die mit Qualität und Originalität überzeugen können. Und es ist eine Gefahr für jene, die ihre starke Marktposition nur aufgrund der alten Machtverhältnisse innehaben.

Das Internet verzeiht keine leeren Versprechen. Alles wird dokumentiert, bewertet und entsprechend der Zufriedenheit der Konsumenten mit der Leistung empfohlen oder angeprangert.

Freunderlwirtschaft 2.0

Vielleicht sind die Social Media auch nur eine Freunderlwirtschaft 2.0.

Die Struktur des „Wer kennt wen?“ bleibt.

Die Protagonisten ändern sich allmählich.

 

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steiler-AbsatzHaben Sie schon einmal Nacktfotos von Geschäftskontakten erhalten? Und zwar ungefragt und über Whatsapp?

Mir ist das passiert.

Die Situation: Ich bin Jungunternehmerin und bewerbe mein berufliches Portfolio aktiv in sozialen Netzwerken wie Xing.com. Dadurch entstehen viele interessante Geschäfte und ich habe mir so binnen weniger Monate ein erfolgreiches Einzelunternehmen als Werbetexterin aufgebaut.

Der Haken: Ich bin nicht nur schlau, sondern auch noch hübsch.

Immer wieder werde ich auf mein Profilfoto und meine selbstbewusste Webseite angesprochen. Gerade die charmanten Wiener reagieren sehr positiv auf eine kompetente Geschäftsfrau, mit der man auch ein bisschen flirten kann.

Normalerweise bleibt das auch in einem akzeptablen Rahmen und ich zeige rechtzeitig Grenzen auf, wenn mich ein Geschäftspartner auffällig oft ins Theater einladen will oder immer wieder außerhalb der Bürozeiten kontaktiert.

Diesmal glaubte ich, einen großen Fisch an der Angel zu haben.

Der Geschäftsführer eines großen deutschen Verlags erkundigte sich nach meinen Karriereplänen. In der Xing-Konversation bot er mir schnell das „du“ an und fragte nach meiner Handynummer. In der Hoffnung auf einen Auftrag oder eine Kooperationsmöglichkeit gab ich sie ihm.

Plötzlich ging es allerdings nicht mehr ums Business.

Er wollte, dass ich ihm Fotos von meinen schönen Beinen schicke.

Er hakte mehrmals nach, aber ich wollte das nicht.

Plötzlich schickte er selbst ein Foto.

Badezimmer-Selfie.

Nackt.

#Aufschrei!

Das hatte ich weder erwartet noch gewollt. Ich habe ihn auch nicht dazu ermutigt.

„Bist du noch selbständig oder verschickst du schon Selfies?“

Nun werden wieder viele sagen, ich sei selbst schuld, wenn ich mit meinen weiblichen Reizen kokettiere. Vielleicht trage ich für solche unangemessenen Reaktionen auch mit Verantwortung.

Ich frage mich aber schon:

Wie sexy darf Business sein? 

Kann Mann Frauen nur im Hosenanzug und mit Kurzhaarschnitt ernst nehmen?

Die Burka soll verboten werden, aber mit Minirock bleibt Frau trotzdem Freiwild?

Ich weiß nicht. Ich kleide mich gerne figurbetont und lebe meine Weiblichkeit in vollen Zügen.

Die Werbebranche ist von Natur aus sexy.

Jeder Text, jeder Slogan soll den Käufer animieren und zum Kauf verführen. Dazu gehört auch ein ansprechendes Personal Branding.

Ich sehe es auch als Kompliment, wenn ich jemandem optisch gefalle.

Trotzdem will ich nicht von Wildfremden in die Pornoschublade gelegt werden. Nicht auf Xing.

Das einzige, das hier zum Verkauf steht, sind meine Texte.

Bitte, danke!

 

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big-fishImmer wieder fragen mich Bekannte, Firmengründer und sogar Kunden, wie ich das mache. Woher ich meine Kunden nehme.

Ich bin doch Quereinsteigerin in der Werbebranche. Habe keine nennenswerten Kontakte zur großen Werbeagenturen. Bin sogar Ausländerin in Wien und habe hier kein persönliches Netzwerk aus Studienzeiten.

Trotzdem habe ich noch nie so gut verdient und so viel Freude an meiner Arbeit gehabt wie jetzt als selbständige Werbetexterin.

Meine Geheimwaffe: Social Media.

Ja, Sie haben es tausendfach gehört. Wahrscheinlich haben Sie selbst ein Facebook-Profil und ein paar andere Accounts, mit denen Sie lustige Katzenvideos und Kalendersprüche kommentieren und verbreiten könnten.

Aber damit macht man doch kein seriöses Business, oder?

Doch. Mit dem richtigen Content.

Nicht unbedingt mit Facebook, da ich mich im B2B-Bereich bewege und mir dieses Netzwerk persönlich zuwider ist.

Aber ich habe mal nachgezählt: Knapp die Hälfte meiner Kunden erreicht mich über Social Media, davon 90% über Xing.com, das größte deutschsprachige Netzwerk.

Und wie funktioniert das genau?

Es reicht nicht, ein interessantes Profil zu haben.

Man muss sich aktiv in den Gruppen einbringen, um für ein breites Publikum außerhalb des eigenen Netzwerks sichtbar zu werden.

Ich bin in einigen Unternehmergruppen angemeldet. Auch bei „Xing Wien“ und in der „IT Connection“. Dort ist meine Zielgruppe. (Die sollte man natürlich mal für sein Unternehmen definiert haben.)

Dann überlege ich mir, was meine Zielgruppe interessieren könnte. Z.B. weiß ich, dass es demnächst ein tolles Event oder eine branchenrelevante Messe gibt. Oder ich habe einen tollen Artikel im Web gefunden, der thematisch in die Gruppe passt.

Ich poste den Link und schreibe ein paar knackige Zeilen dazu.

Schon erscheine ich mit meinem Beitrag auf der Startseite von bis zu 90.000 Xing-Mitgliedern (Bsp. Gruppe „Gründer und Selbständige“). Das ist eine bessere Reichweite und kostet mich sehr viel weniger als eine Google-AdWords-Kampagne.

Ein paar Hundert Leute klicken den Beitrag an, Dutzende auch mein Profil. Und viele dazu meine Webseite.

Manchmal angle ich sogar richtig große Fische in sozialen Netzwerken.

Ich preise in den Social Media meist nicht meine Leistungen als Texterin an (das wäre öde Werbung, Push-Marketing, wenn nicht sogar schon Spam). Interessiert eh keinen.

Ich schaffe wertvolle Inhalte – GRATIS.

Dadurch werden Menschen auf mich aufmerksam, nehmen mich als Expertin in meiner Branche wahr und wollen mich zu Ihrem Netzwerk hinzufügen. Im Idealfall fällt Ihnen dann ein, dass Sie auch schon lange ihre Unternehmenswebseite überarbeiten lassen wollten und Sie schicken mir eine Anfrage oder rufen an. (Pull-Marketing)

Ja, mich rufen Neukunden aufgrund meiner Xing-Beiträge an!

Während andere noch über die Rechtslage bezüglich Kaltakquise-Telefonaten nachdenken (ist nämlich ziemlich verboten), kommen meine Kunden direkt auf mich zu. Sehr bequem.

Ich finde meine Kunden dort, wo Sie eh regelmäßig eingeloggt sind, z.B. auf Xing, LinkedIn.com und InterNations.org. Je nach Zielgruppe gibt es für jeden das passende Netzwerk.

Ich gebe den Menschen Informationen, die FÜR SIE relevant sind.

Im Gegenzug interessieren sie sich auch für mich und mein Portfolio.

Ganz einfach. Win-Win.

 

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